Freude, Schalk und ein sicheres Lenkrad
Unterwegs mit unserem freiwilligen Helfer Beat
Wenn Beat, einer unserer freiwilligen Helfer im Aumatt, auftaucht, dauert es nicht lange, bis gelacht wird. Beat ist eine gesellige Person, um keinen Spruch verlegen. Sein Weg ins Seniorenzentrum Aumatt war eher zufällig. Über Benevol wurde er auf die freiwillige Tätigkeit aufmerksam. Als Chauffeur im Ruhestand wollte er etwas Gutes tun und suchte eine Aufgabe, die zu ihm passt – fahren konnte er schliesslich. Also stellte er sich bei der damaligen stellvertretenden Leiterin Aktivierung, Rosy, als möglicher neuer Chauffeur für die Ausflüge vor. Rosy war so froh, einen sympathischen Fahrer gefunden zu haben, dass sie glatt vergass zu prüfen, ob Beat überhaupt einen gültigen Fahrausweis besitzt. Entwarnung: Er hatte natürlich einen.
Am 17. Mai 2022 – ein Datum, an das sich Beat bis heute ganz genau erinnert – war sein erster Einsatz. Am Vormittag gab es eine kleine Instruktion, am Nachmittag ging es bereits mit dem Bus auf den Bienenberg, zusammen mit Conny aus der Aktivierung. Seither ist einiges passiert: Rund 33 Fahreinsätze pro Jahr übernimmt Beat für die Ausflüge der Aktivierung – einige weitere auch Heiner, der zweite freiwillige Fahrer. Mittlerweile ist Beat vor allem mit Andrea unterwegs, die gerne auch Streifzüge plant, die etwas weiter weg führen als nur in die nähere Region. Die beiden sind längst ein eingespieltes Team. Besonders bewährt hat sich diese Kombination beim jährlichen Ausflug ins Wollenparadies beim Jakobs-Markt in Zollbrück. Dort ist Beat übrigens nicht nur Chauffeur, sondern auch Einkaufswagen-Lenker, während die Bewohnerinnen die beste Wolle aufstöbern.
Beat liebt den persönlichen Kontakt zu den Bewohnerinnen und Bewohnern, besonders zu den «Golden Girls», wie er sie liebevoll nennt. Das gegenseitige Vertrauen ist über die Jahre gewachsen, und alle schätzen sein Engagement. Eine Bewohnerin meinte einmal: «Ich komme nicht mit auf Busfahrten, mir wird immer schlecht.» Beats Antwort, mit einem verschmitzten Lächeln: «Mit mir als Chauffeur wird niemandem schlecht. Sonst bekommen Sie 100 Franken.» Sie kam mit – und tut es seither regelmässig.
Als gelernter Automechaniker und späterer Chauffeur war Beat früher ständig unter Zeitdruck. Heute geniesst er es, mit Bewohnerinnen und Bewohnern und deren Aumatt-Team unterwegs zu sein. Er hat alle Zeit der Welt, ist geduldig und sagt selbst: «Das hier erdet mich.» Neben den Fahrten ist er neu auch bei der Spazierganggruppe dabei, und an der jährlichen Aumatt-Olympiade steht er immer am Büchsenwurf-Stand. Lachend meint er: «Unter dem Jahr mache ich nur wenig Sport, das gleiche ich mit meinem Einsatz am Büchsenstand wieder aus. Büchsen auflesen ist super anstrengend!»
Beat ist einer von 25 freiwilligen Helferinnen und Helfern im Aumatt – viele von ihnen sind schon deutlich länger im Einsatz als er, eine Helferin sogar seit über 20 Jahren. Sie alle sind zu einem kollegialen Team geworden. Beat findet es schade, dass sie sich nicht öfter sehen, weil sie alle an unterschiedlichen Einsätzen sind. Und weil es ihm so grossen Spass macht, hat er gleich noch eine Kollegin aus Basel ins Freiwilligen-Team geholt.
Für Beat ist sein Engagement weit mehr als nur eine freiwillige Aufgabe. Es ist Begegnung, Vertrauen und herzliches Miteinander. Er schenkt Zeit, Aufmerksamkeit und so manches Lächeln – und bekommt mindestens genauso viel zurück. Auch das Helferessen zum Jahresende schätzt er sehr: «Da wird man mehr als belohnt und hat ausgiebig Zeit zum geselligen Austausch mit den anderen Freiwilligen.» Besonders gefreut hat ihn jedoch ein ganz persönliches Geschenk: Eine Bewohnerin strickte aus Wolle kleine Finkli für seine Zwillings-Enkelkinder, die im Mai zur Welt kommen.
Freude schenken und Freude zurückbekommen – und wenn dabei noch gelacht wird, umso besser. Genau das ist es, was Beats freiwilligen Einsatz so besonders macht.